ADHS-Diagnostik für Erwachsene in Hamburg
Viele Erwachsene kommen erst spät im Leben mit der Frage in Berührung, ob eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung vorliegen könnte. Häufig gibt es bereits lange Erfahrungen mit Konzentrationsproblemen, innerer Unruhe, Aufschieben, Desorganisation, emotionaler Überforderung oder dem Gefühl, im Alltag mehr Kraft aufwenden zu müssen als andere Menschen.
Eine ADHS-Diagnostik kann helfen, diese Schwierigkeiten besser einzuordnen: Handelt es sich um ADHS? Sind die Beschwerden eher Folge von Depression, Angst, Trauma, Überlastung oder anderen psychischen Belastungen? Oder liegt eine Kombination verschiedener Faktoren vor?
In meiner Praxis biete ich eine strukturierte ADHS-Diagnostik im Erwachsenenalter an. Ziel ist nicht, vorschnell eine Diagnose zu vergeben, sondern die Symptomatik sorgfältig im biografischen Verlauf, im aktuellen Alltag und im Zusammenhang möglicher Differentialdiagnosen zu verstehen.
Für wen ist die ADHS-Diagnostik geeignet?
Die Diagnostik richtet sich an Erwachsene, die den Verdacht haben, dass ADHS eine Rolle spielen könnte. Typische Anliegen können sein:
- anhaltende Konzentrations- und Organisationsprobleme
- starkes Aufschieben, innere Blockaden oder Schwierigkeiten, Aufgaben zu beginnen
- innere Unruhe, Getriebensein oder Schwierigkeiten, zur Ruhe zu kommen
- impulsives Handeln oder emotionale Reizbarkeit
- wiederkehrende Probleme in Ausbildung, Studium, Beruf oder Beziehungen
- der Eindruck, sich über lange Zeit stark kompensiert oder „durchgekämpft“ zu haben
- der Wunsch nach einer fachlichen Einordnung, ob ADHS vorliegt oder andere Erklärungen naheliegender sind
Eine ADHS-Diagnostik ist besonders sinnvoll, wenn die Beschwerden nicht nur in einer aktuellen Belastungsphase auftreten, sondern bereits seit Kindheit oder Jugend in unterschiedlicher Form bekannt sind.
Abrechnung und Kosten
Gesetzliche Krankenversicherung
In bestimmten Fällen kann eine diagnostische Abklärung im Rahmen der vertragspsychotherapeutischen Versorgung möglich sein. Dies hängt unter anderem davon ab, ob bereits eine laufende Psychotherapie besteht, welche Fragestellung vorliegt und welche Leistungen im konkreten Fall abrechenbar sind.
Wenn Sie gesetzlich versichert sind, klären wir vorab, ob eine Diagnostik über die gesetzliche Krankenversicherung möglich und sinnvoll ist. Falls Sie sich bereits in psychotherapeutischer Behandlung befinden, kann es erforderlich sein, die Rahmenbedingungen gesondert zu prüfen.
Private Krankenversicherung und Beihilfe
Bei privat Versicherten und Beihilfeberechtigten kann die Diagnostik in der Regel nach den entsprechenden psychotherapeutischen Gebührenziffern abgerechnet werden. Ob und in welchem Umfang Ihre private Krankenversicherung oder Beihilfe die Kosten übernimmt, hängt von Ihrem individuellen Vertrag ab.
Ich empfehle, vor Beginn der Diagnostik eine Kostenübernahme oder Erstattungsfähigkeit direkt mit Ihrer Versicherung zu klären.
Ablauf der ADHS-Diagnostik
Die Diagnostik besteht aus mehreren Schritten. Der genaue Ablauf kann je nach Fragestellung leicht variieren.
1. Vorabklärung und Fragebögen
Vor dem Termin erhalten Sie in der Regel mehrere Fragebögen. Diese helfen dabei, Hinweise auf ADHS, aktuelle psychische Belastungen und mögliche Differentialdiagnosen zu erfassen. Die Fragebögen ersetzen keine klinische Diagnostik, sondern dienen als Ausgangspunkt für das Gespräch.
Je nach Fragestellung können auch Fremdbeurteilungen oder Informationen aus der Kindheit hilfreich sein, zum Beispiel Schulzeugnisse oder Rückmeldungen von Angehörigen.
2. Diagnostisches Gespräch
Im diagnostischen Gespräch geht es zunächst um Ihre aktuelle Fragestellung: Warum suchen Sie gerade jetzt eine ADHS-Diagnostik? Was erhoffen Sie sich von einer möglichen Diagnose? Was wäre hilfreich zu verstehen?
Anschließend werden Ihre aktuellen Schwierigkeiten in Alltag, Beruf, Studium, Beziehungen und Selbstorganisation genauer betrachtet. Dabei geht es nicht nur um einzelne Symptome, sondern um die Frage, seit wann diese Probleme bestehen, in welchen Lebensbereichen sie auftreten und wie stark sie Sie beeinträchtigen.
3. Strukturierte ADHS-Diagnostik
Ein wichtiger Bestandteil ist ein strukturiertes diagnostisches Interview zur ADHS-Symptomatik im Erwachsenenalter und in der Kindheit. Dabei werden typische ADHS-Kriterien systematisch geprüft: Unaufmerksamkeit, Desorganisation, Impulsivität, innere Unruhe, emotionale Regulation und funktionelle Beeinträchtigung.
Wichtig ist dabei, nicht nur Symptome abzufragen, sondern konkrete Beispiele aus Ihrem Leben zu verstehen. Eine ADHS-Diagnose setzt voraus, dass die Schwierigkeiten nicht nur kurzfristig oder ausschließlich in einer aktuellen Belastungsphase auftreten.
4. Biografische Anamnese und Differentialdiagnostik
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der biografischen Anamnese. Wir betrachten unter anderem Kindheit, Schule, Ausbildung, Studium, Beruf, familiäre Muster, soziale Entwicklung und bisherige Bewältigungsstrategien.
Zugleich wird geprüft, ob andere Faktoren die Beschwerden besser oder zusätzlich erklären können. Dazu gehören zum Beispiel Depression, Angststörungen, chronische Überlastung, Trauma, Schlafprobleme, Substanzkonsum, autistische Merkmale oder Persönlichkeits- und Beziehungsmuster.
Diese Differentialdiagnostik ist wichtig, weil Konzentrationsprobleme, Erschöpfung, innere Unruhe oder Aufschieben unterschiedliche Ursachen haben können.
5. Rückmeldung und Empfehlung
Am Ende der Diagnostik erhalten Sie eine fachliche Rückmeldung. Dabei bespreche ich mit Ihnen, ob die Kriterien für ADHS erfüllt sind, ob die Diagnose wahrscheinlich, unsicher oder eher nicht passend erscheint und welche weiteren Schritte sinnvoll sein könnten.
Je nach Ergebnis können Empfehlungen für Psychotherapie, psychiatrische Mitbehandlung, medikamentöse Abklärung, Coaching, Psychoedukation, weitere Diagnostik oder Selbsthilfestrategien sinnvoll sein.
Auf Wunsch kann ein schriftlicher Bericht erstellt werden.
FAQ
Ja. ADHS beginnt zwar in der Kindheit, kann aber bis ins Erwachsenenalter fortbestehen. Häufig verändert sich die Symptomatik: Die äußerlich sichtbare Hyperaktivität nimmt oft ab, während Konzentrationsprobleme, innere Unruhe, Organisationsprobleme und emotionale Überforderung stärker im Vordergrund stehen.
Nein. Fragebögen können wichtige Hinweise geben, ersetzen aber keine klinische Diagnostik. Für eine verlässliche Einordnung braucht es ein ausführliches Gespräch, eine biografische Anamnese und die Prüfung möglicher Differentialdiagnosen.
Das ist häufig und wird in der Diagnostik ausdrücklich berücksichtigt. Viele Menschen mit ADHS haben zusätzliche psychische Belastungen. Gleichzeitig können Depression, Angst, Trauma oder chronische Überforderung auch ADHS-ähnliche Symptome verursachen. Deshalb ist eine sorgfältige differentialdiagnostische Einordnung wichtig.
Nein. Als Psychologischer Psychotherapeut verordne ich keine Medikamente. Wenn eine ADHS-Diagnose wahrscheinlich oder gesichert ist und eine medikamentöse Behandlung erwogen wird, kann eine psychiatrische oder ärztliche Mitbehandlung sinnvoll sein.
Nein. Die Diagnostik dient der fachlichen Klärung. Sie ersetzt keine laufende Psychotherapie. Je nach Ergebnis kann sie aber helfen, eine bestehende oder zukünftige Behandlung gezielter auszurichten.
Grundsätzlich kann eine ergänzende diagnostische Abklärung sinnvoll sein. Wenn Sie gesetzlich versichert sind und bereits in laufender Psychotherapie sind, müssen die Abrechnungs- und Zuständigkeitsfragen vorab gesondert geklärt werden.
Der zentrale Diagnostiktermin umfasst in der Regel drei Stunden. Zusätzlich kommen Vorabfragebögen, Auswertung und gegebenenfalls ein schriftlicher Bericht hinzu. Der genaue Umfang hängt von der Fragestellung und dem gewünschten Bericht ab.
Nicht immer. Manchmal ergibt sich ein klares Bild. In anderen Fällen zeigt sich, dass ADHS möglich, aber nicht eindeutig gesichert ist oder dass andere Erklärungen näherliegen. Auch ein solches Ergebnis kann hilfreich sein, weil es weitere Behandlungsschritte besser orientiert.
Kontakt und Anfrage
Wenn Sie Interesse an einer ADHS-Diagnostik haben, können Sie mir eine Anfrage senden. Bitte beschreiben Sie kurz, worum es Ihnen geht, ob Sie gesetzlich oder privat versichert sind und ob Sie sich aktuell bereits in psychotherapeutischer oder psychiatrischer Behandlung befinden.
Bitte beachten Sie: Eine Terminvergabe erfolgt erst nach kurzer Vorabklärung, ob mein diagnostisches Angebot zu Ihrer Fragestellung passt